Häufige Fragen

Was ist Autogas?

Unter Autogas, Flüssiggas und LPG (Liquified Petroleum Gas) versteht man die
Mischungen aus Propan- und Butangas. Dabei beträgt der Anteil von Propangas ca. 90 bis 95 Prozent. Flüssiggas ist ein so genanntes Kopplungsprodukt in der Raffinerie oder es kommt außerhalb der chemischen Industrie in der Natur direkt am Bohrloch vor und wird dann als nasses Begleitgas bezeichnet.

Warum ist die Nutzung von Autogas umweltfreundlich?

Ganz einfach, es verbrennt umweltfreundlicher als Benzin. Ökologisch bewusst handelnde Autofahrer leisten somit aktiv ihren Beitrag zur Reduzierung der Luftschadstoffe und der Treibhausgase. Denn der Schadstoffausstoß von Stickoxiden beträgt etwa nur 20 Prozent der Benzinverbrennung. Die CO2-Emissionen werden um 15 Prozent gesenkt und unverbrannte Kohlenwasserstoffe um 50 Prozent. Unter ökologischen Gesichtspunkten kommt dem Einsatz von Autogas deshalb heute eine besondere Bedeutung zu. Autogas besitzt ein erhebliches Potential, diese Reduzierung zukünftig voranzutreiben. Und außerdem lassen sich Autogas-Abgase durch ihre bessere chemische Verwertbarkeit bereits bei niedrigen Temperaturen in Fahrzeugkatalysatoren umsetzen. Dabei ist eine Nachrüstung natürlich nicht das alleinige Allheilmittel, um Fahrzeuge umweltfreundlicher zu gestalten. Aber immerhin sind moderne Gasanlagen durchaus in der Lage, die EURO4 Grenzwerte deutlich zu unterschreiten, bei gleichzeitiger Reduzierung der Treibhausgase. Und das ist das Entscheidende.

Warum ist das Fahren mit Autogas wirtschaftlicher?

Der Grund dafür liegt in der niedrigen Steuer. Nach dem Energiesteuergesetz wird Flüssiggas als Kraftstoff bis Ende 2018 weiterhin günstiger besteuert.

Wie weit reicht eine Tankfüllung mit Autogas?

350 bis 1000 km beträgt die Reichweite im Gasbetrieb je nach Tankgröße und Verbrauch.

Wie viele Autogas-Tankstellen gibt es in Deutschland?

Bereits heute gibt es mehr als 2800 Autogas-Tankstellen im Bundesgebiet und täglich kommen neue hinzu. Die Tendenz ist steigend; bis zum Jahresende 2007 sind 3000 geplant. Im September 2008 sind bereits 4000 Tankstellen vorgesehen.

Wie viel kostet eine Nachrüstung?

Eine Nachrüstung auf Autogas ist bei uns bereits ab 1650 € (4 Zylinder) und € 2729.- (8 Zylinder) möglich. Dies ist abhängig von Motortyp (Zylinderanzahl, Baujahr, Motorleistung und der zu erreichenden Abgasnorm) und Anordnung des Autogastanks.

Wie wird die Autogasanlage in meinem Auto installiert?

Eine Umrüstung der PKW auf Flüssiggas ist relativ unkompliziert. Das Leergewicht einer LPG-Anlage beträgt etwa 40 kg. Für den Tank gibt es verschiedene Einbaumöglichkeiten:
In der Reserveradmulde (34 bis 85 Liter), das Reserverad wird dann durch ein Pannenspray ersetzt.
Im Kofferraum (60 bis 200 Liter), meist in Zylinderform.
Möglich sind auch Unterflurtanks

Wann amortisiert sich die Umrüstung auf Autogas?

Investitionen in die Gasanlage rechnen sich trotz 20 Prozent höherem Verbrauch in überschaubarer Zeit. Bei einem neueren Mittelklassewagen mit einem durchschnittlichen Verbrauch von zehn Litern und einer Jahresfahrleistung von 30.000 Kilometer beginnt das „Sparen“ zum Beispiel bereits nach knapp zwei Jahren. Werden mit dem dargestellten Fahrzeug 40.000 Kilometern gefahren, ist die Amortisation bereits nach zwölf Monaten abgeschlossen.

Welche Fahrzeuge können auf den Betrieb mit Autogas nachgerüstet werden?

Theoretisch kann jedes Fahrzeug mit Benzinmotor nachgerüstet werden.

Kann ich auch ein Dieselfahrzeug für den Betrieb mit Autogas umrüsten?

Grundsätzlich besteht die Möglichkeit ein Dieselfahrzeug für den Betrieb mit Autogas umzurüsten. Hierbei handelt es sich um den Diesel-Autogas-Zweistoffbetrieb, bei dem ein Gas-Luftgemisch mit Hilfe des in den Brennraum eingespritzten Dieselkraftstoffs gezündet wird. Allerdings ist die heute bestehende Umrüstmöglichkeit zum gegenwärtigen Zeitpunkt weder wirtschaftlich noch ökologisch sinnvoll. Erst wenn der Dieselpreis mindestens viermal so hoch wie der Gaspreis liegt, rechnet sich die Umrüstung.

Kann ich nach einer Autogas-Umrüstung nur noch mit Autogas oder auch noch mit Benzin fahren?

Nach der Umrüstung auf Autogas bleiben Benzintank und die Reichweite im Benzinbetrieb unverändert, nur die Autogasanlage wird zusätzlich eingebaut. Das Umschalten vom Benzin- in den Autogasbetrieb – oder umgekehrt – erfolgt mit einem Kraftstoffwahlschalter in der Armatur. So kann die Fahrt auch mit leerem Autogastank im Benzinbetrieb fortgesetzt werden. Die Möglichkeit, das Fahrzeug wahlweise mit Benzin oder Flüssiggas zu betreiben, nennt der Fachmann bivalenten Antrieb.

Welchen Einfluss hat der Flüssiggasbetrieb auf die Motorleistung? Wird sie im Flüssiggasbetrieb geringer?

Davon kann eigentlich keine Rede sein, denn die Motorleistung verringert sich so minimal, dass Fachleute die Größenordnung mit 1 bis 1,5 % Leistungseinbuße bei modernen Gasanlagen beziffern. Anders sieht es dagegen im Erdgasbetrieb aus: Hier wird mit Leistungseinbussen zwischen 10% und 20% gerechnet.

Wie funktioniert eine moderne Gasanlage?

Sie funktionieren ähnlich wie moderne Benzineinspritzsysteme. Das Gas wird durch Einblaseventile dosiert, mit Hilfe von Druck in ein spezielles Luft-Gas-Gemisch gewandelt und in den Motor gebracht. Ein Mikroprozessor regelt hier dann den Autogasantrieb und stellt die schadstoffarme und wirkungsoptimierte Verbrennung im Motor sicher.

Wo befindet sich der Autogas-Tank im Fahrzeug?

Das Flüssiggas wird in einem zusätzlichen, speziellen Tank im Fahrzeug gespeichert. Dieser Gastank wird zumeist in der Mulde des Reserverades installiert, das bedeutet dann allerdings, dass kein Ersatzrad mitgeführt werden kann. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, dass Autogas in speziellen Behältern zu speichern, die idealer Weise hinter der Rücksitzbank im Kofferraum montiert werden. Das hat dann wiederum zur Folge, dass sich der Kofferraum verkleinert. Sonderlösungen in Form von integrierten Tanks in den Fahrzeugböden sind in Ausnahmefällen zudem möglich.

Warum dürfen Autogastanks nicht ganz voll, sondern nur zu 80% betankt werden?

Flüssiges Autogas dehnt sich bei Temperaturschwankungen aus. Bei einer vollständigen Betankung wäre kein Gaspolster im Tank mehr gegeben. Beim Tanken selbst regelt die automatische Füllstandsregelung den Vorgang und endet bei 80%igem, also maximalem Füllstand. Der Versuch selbst an der Gasanlage zu manipulieren und einen höheren Füllstand zu erzielen ist extrem gefährlich, da Gasaustritte möglich sind.

Wie sicher ist Autogas?

Was viele Autofahrer noch nicht wissen: Autogas ist sicherer als die herkömmlichen Flüssigkraftstoffe wie Diesel und Benzin. Denn die Tanks zur Speicherung des Autogases bestehen aus robustem Stahl von etwa 3,5 mm Dicke und sind somit stabiler als Tanks zur Speicherung anderer Kraftstoffe. Diese Tanks und die dazu gehörigen Rohrverbindungen sind mit unterschiedlichen Sicherungssystemen ausgestattet: So ist der Füllleitungsanschluss mit einem Rückschlagventil versehen, das bei einem Rohrabriss das Austreten von Gas verhindert und maximale Sicherheit bietet. Außerdem wurde diese Technik so weit entwickelt, dass durch das Entnahmeventil der Autogastank automatisch geschlossen wird, sobald der Motor stehen bleibt oder auf Benzinversorgung umgewechselt wird. Gleichzeitig ist die Tankentnahme mit einem Magnetventil gesichert, das bei Stromverlust sofort schließt. Bei einem zu hohen Druckverlust schaltet das Gassteuergerät sofort auf 0 Volt, wodurch das Ventil geschlossen wird. Sollte bei einem Unfall die Fahrzeugstromversorgung nicht mehr funktionieren, dann ist das beschriebene Magnetventil aufgrund des Stromverlusts auf jeden Fall geschlossen.

Darf ich mit meinem Autogasfahrzeug auch in der Tiefgarage parken?

Seit Einführung der Mustergaragenverordnung in 1988, die das Verbot des Abstellens von Autogasfahrzeugen in Tiefgaragen in Deutschland aufhebt, ist das Abstellen von Autogasfahrzeugen in Tiefgaragen erlaubt. Da diese Verordnung in fast allen Bundesländern umgesetzt wurde, ist nur in Berlin, Bremen und im Saarland mit Einschränkungen zu rechnen.

Ist die Betankung meines Flüssiggasfahrzeuges mit Erdgas möglich?

Ein Flüssiggasfahrzeug darf unter keinen Umständen mit Erdgas betankt werden, da Erdgas im Gegensatz zum Flüssiggas unter dem hohen Druck von 200 – 250 bar gespeichert wird und der Druck im Flüssiggastank nur bei ca. 8 bar liegt. Damit keine Verwechslungen entstehen können, sind für Ergas und Flüssiggas unterschiedliche Betankungsanschlüsse angebracht.

Kann ich mein Fahrzeug selbst auf den Betrieb mit Autogas umrüsten?

Nein. Die Fahrzeugumrüstung darf ausschließlich von zertifizierten Autogasfachbetrieben nach strengen Vorschriften des Kfz-Gewerbes ausgeführt werden. Mitarbeiter werden aus diesem Grund speziell zu Autogasanlagen geschult und weisen somit die erforderliche Kompetenz in Sachen Autogasanlagen auf.

Kann es beim Umrüsten auf Autogas zu Problemen mit meinem Fahrzeug kommen?

Es gibt diverse Fahrzeuge, bei denen es zu Problemen kommen kann. Wenn Sie ganz unverbindlich wissen möchten, ob Ihr Fahrzeug dazu gehört, sprechen Sie uns gerne an!